Würmer – Fleißige Helfer für den Komposthaufen

In jedem Komposter tummeln sich viele Millionen Mikroorganismen und Kleinstlebewesen. Sie helfen bei dem natürlichen Abbau der organischen Materialien und bei der Verarbeitung bis zur fertigen Humuserde. Ein etwas größerer Helfer ist der Kompostwurm.

Lebensraum und Aussehen des Kompostwurms

Der Kompostwurm, lateinisch Eisenia fetida, ist eine Unterart des Regenwurms und wird auch Stinkwurm oder Mistwurm genannt. Der Name verrät, dass sich der Kompostwurm im Komposthaufen sehr wohlfühlt. Einige Kompostwürmer leben auch in Wiesenböden oder unter verrotteten Pflanzen. Um in der Nähe der abgestorbenen Pflanzen zu sein, hält er sich in den oberen Schichten des Bodens auf. Im Gegensatz zum Regenwurm bevorzugt der Kompostwurm wärmere Temperaturen zwischen 20 °C und 25 °C.

Der Körper des Kompostwurms wird bis zu 9 cm lang und ist identisch mit dem des Regenwurms. Er besteht aus 105 Fleischfarben einteilen, die immer heller werden. An seiner Unterseite befinden sich kleine Borsten, mit denen er sich fortbewegt.

Die unterschiedlichen Arten des Kompostwurms

Es gibt verschiedene Arten von Kompostwürmern. Die Kompostwürmer „Eisenia andrei“, „Eisenia foetida“ und „Eisenia hortensis“, sind die drei bekanntesten Arten. Durch ein Vergrößerungsglas zeigen sie Unterschiede in der Pigmentierung.

Der „Eisenia andrei“ hat eine rötliche Färbung und wird auch „Rotwurm“ genannt. Er hat eine höhere Wachstumsrate, sowie eine höhere Kokonproduktion.

Im Bereich der Furchen hat der „Eisenia foetida“ eine weiß-gelbliche Färbung. Diese Färbung brachte ihn zu seinem Namen „Tigerwurm“.

Als Superwurm unter den Kompostwürmern gilt der „Eisenia hortensis“. Er wird auch Dendrobena genannt. Unter anderen ist er sehr begehrt, denn er ist sehr aktiv. Es ist relativ einfach ihn zu züchten.

Die Hilfe bei der Kompostierung

Durch seine lockere Struktur ist der Komposthaufen ein idealer Platz für den Kompostwurm. Die Fortbewegung fällt ihm in dieser Umgebung sehr leicht und er kommt schnell zur Nahrung. Er frisst die Hälfte seines eigenen Körpergewichts, so produziert er in kurzer Zeit eine Menge organischen Dünger, der zu 100 % biologisch ist.

Kompostwürmer lockern und lüften die sich bildende Humuserde, so das Wasser tiefer eindringen kann. Die organischen Materialien und Pflanzenreste von denen sich der Kompostwurm ernährt, werden zu Wurmhumus verarbeitet.

In den Ausscheidungen des Kompostwurms sind eine Menge konzentrierter Nährstoffe enthalten, die von den Pflanzen auf den Beeten wunderbar aufgenommen werden können.

Steigen die Temperaturen über 30 °C zieht sich der Kompostwurm zurück in die tieferen Bodenschichten. Daher ist es wichtig den Komposthaufen feucht zu halten, damit der Kompostwurm sich wohlfühlt und eine ideale Lebensumgebung hat.

Kompostwürmer kaufen

Viele Fachmärkte und auch Onlineshops bieten Kompostwürmer an. In speziellen Wurmfarmen werden sie gezüchtet und danach in kleinen Kisten oder Beuteln mit etwas Erde verschickt. Nach dem Kauf sollten Sie direkt in den Komposthaufen gebracht werden.

Es können auch Regenwurmkokons gekauft werden. Mit etwas Verzögerung schlüpfen daraus dann die Kompostwürmer.

Die Züchtung der Kompostwürmer

Für die Züchtung der Kompostwürmer werden Regenwürmer benötigt, die entweder gekauft oder gesammelt werden können. Zunächst brauchen die Würmer ein ideales Zuhause. Eine sogenannte Wurmfarm lässt sich mit zwei Plastikboxen ganz einfach selbst bauen.

In den Boden der inneren Box werden Löcher gebohrt. Die Box wird mit ein paar Lagen Zeitungspapier ausgelegt. Darauf kommt noch etwas zerknülltes Zeitungspapier und feuchtes Zeitungspapier mit Erde. Nun wird die Box in die andere Box gestellt und die Würmer können ihr neues Zuhause beziehen. Etwas Gemüse, Obst oder auch Kaffeesatz dienen den Würmern als Nahrung.

Geduld ist nun gefragt. Wenn die Wurmfarm immer gut feucht gehalten wird, werden sich in den nächsten Wochen die Würmer vermehren. Es muss immer darauf geachtet werden, dass es nicht zu viele oder zu wenige Würmer sind. Sind genug Würmer vorhanden, können sie auf einen großen Komposthaufen umziehen.